SOFORTHILFE FÜR ELTERN

Mein Kind wurde online angeschrieben oder hat einen komischen Link bekommen – was jetzt?

Bleiben Sie ruhig: Nicht jede merkwürdige Nachricht ist sofort ein Notfall. Wichtig ist jetzt, nichts zu überstürzen, keine weiteren Daten preiszugeben und gemeinsam die richtigen nächsten Schritte zu gehen.

Illustrativer Avatar von Fortnitepapa

Geprüft von Fortnitepapa

Fortnitepapa ist Vater und Gaming-Creator mit direktem Austausch mit Kindern, Jugendlichen und Eltern aus der Fortnite- und Roblox-Community.

Dieser Guide verbindet offizielle Plattforminformationen, praktische Schutz-Einstellungen und Erfahrungen aus dem Gaming-Alltag.

  • Offizielle Einstellungen geprüft
  • Praktische Schritte für Familien
  • Zuletzt aktualisiert: 27.06.2026

SOFORT-CHECKLISTE

Die ersten 5 Minuten: Das sollten Sie jetzt tun

1

Nicht antworten und nichts anklicken

Keine Links öffnen, keine Dateien herunterladen, keine QR-Codes scannen und keine Codes oder Passwörter eingeben.

2

Kurz gemeinsam anschauen

Lassen Sie Ihr Kind erzählen, was passiert ist. Kein Vorwurf, kein „Warum hast du das gemacht?“. Ziel ist, dass es ehrlich bleibt und beim nächsten Mal sofort Hilfe holt.

3

Beweise sichern

Sichern Sie Nutzername, Plattform, Nachrichtenverlauf, Link, Uhrzeit und gegebenenfalls Screenshots. Inhalte nicht weiterleiten oder öffentlich teilen.

4

Person blockieren und melden

Nutzen Sie die Meldefunktion der jeweiligen Plattform und blockieren Sie den Account.

5

Konto absichern, falls Daten eingegeben wurden

Passwort ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, unbekannte Sitzungen abmelden und die hinterlegte E-Mail-Adresse kontrollieren.

Woran erkenne ich einen Scam oder eine gefährliche Nachricht?

Typische Warnzeichen sind ungewöhnliche Versprechen, Druck oder die Bitte um private Daten. Ein einzelnes Warnzeichen beweist nicht automatisch, wer hinter einer Nachricht steckt. Es reicht aber aus, vorsichtig zu sein und nicht weiter zu interagieren.

  • „Gratis Robux“, „Gratis V-Bucks“, Nitro, Skins oder seltene Items
  • Aufforderung, einen Link zu öffnen oder einen QR-Code zu scannen
  • Bitte um Passwort, Einmalcode, Backup-Code, Cookie oder Login-Daten
  • Druck, Geheimhaltung oder Zeitdruck
  • Aufforderung, auf Discord weiterzuschreiben
  • Angebliche Support-Nachrichten oder gefälschte Gewinnspiele
  • Angebote zum Account-Kauf, -Verkauf oder -Tausch
  • Fremde Personen, die nach Alter, Wohnort, Schule, Bildern oder privatem Kontakt fragen

Mein Kind hat nur eine Nachricht bekommen, aber nichts angeklickt

Wenn weder Daten eingegeben noch Dateien geöffnet wurden, besteht kein Grund zur Panik. Beenden Sie den Kontakt ruhig und nutzen Sie die Situation für ein kurzes gemeinsames Gespräch.

  • Nicht antworten.
  • Nutzer blockieren.
  • Nachricht über die Plattform melden.
  • Gemeinsam besprechen, warum die Nachricht komisch war.
  • Konto- und Privatsphäre-Einstellungen kurz prüfen.

Mein Kind wird unter Druck gesetzt, bedroht oder nach Bildern gefragt

Machen Sie zuerst deutlich, dass Ihr Kind nicht schuld daran ist, angesprochen oder unter Druck gesetzt worden zu sein. Lösen Sie die Situation nicht allein und verhandeln Sie nicht mit der Person.

  • Sagen Sie ruhig und deutlich: Ihr Kind ist nicht schuld daran, angesprochen oder unter Druck gesetzt worden zu sein.
  • Nicht weiter diskutieren oder mit der Person verhandeln.
  • Person blockieren und über die Plattform melden.
  • Nachrichten, Nutzername und Zeitpunkte dokumentieren.
  • Bei Drohungen, Erpressung, sexuellem Druck, Aufforderungen zu Bildern oder Treffen erwachsene und professionelle Hilfe einschalten.

Was Sie nicht tun sollten

  • Nicht aus Wut selbst zurückschreiben.
  • Nicht mit eigenen Drohungen reagieren.
  • Keine Links „zur Probe“ erneut öffnen.
  • Nicht vorschnell das komplette Konto löschen, bevor die wichtigsten Informationen gesichert sind.
  • Keine Screenshots oder Inhalte im Familienchat, in sozialen Medien oder in Gruppen teilen.
  • Das Kind nicht beschämen oder bestrafen, weil es Hilfe gebraucht hat.

GEMEINSAM VEREINBAREN

Die wichtigste Familienregel bei komischen Nachrichten

Du bekommst keinen Ärger, wenn dir online etwas komisch vorkommt. Zeig es uns lieber sofort – auch wenn du schon auf etwas geklickt oder geantwortet hast.

HÄUFIGE FRAGEN

FAQ

Muss ich sofort das Konto löschen?

Meistens nicht. Sichern Sie zuerst die wichtigen Informationen und prüfen Sie, ob Zugangsdaten oder Zahlungsdaten betroffen sind. Ein vorschnell gelöschtes Konto kann Meldungen, Wiederherstellung oder die Klärung erschweren.

Was ist, wenn mein Kind bereits geantwortet hat?

Bleiben Sie ruhig und beenden Sie den Kontakt gemeinsam. Sichern Sie den Verlauf, melden und blockieren Sie die Person und prüfen Sie, welche Informationen Ihr Kind bereits geteilt hat.

Was ist, wenn ein Passwort oder Code eingegeben wurde?

Öffnen Sie die offizielle App oder Website direkt und ändern Sie dort sofort das Passwort. Prüfen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, aktive Sitzungen, die hinterlegte E-Mail-Adresse und gegebenenfalls Zahlungsdaten.

Soll ich die Person blockieren oder erst Beweise sichern?

Sichern Sie nach Möglichkeit zuerst Nutzername, Nachrichten, Link und Zeitpunkt, ohne weiter zu antworten. Blockieren und melden Sie die Person anschließend. Bei akuter Gefahr hat die Sicherheit Vorrang.

Muss ich zur Polizei gehen?

Nicht jede merkwürdige Nachricht erfordert eine Anzeige. Bei Drohungen, Erpressung, sexuellen Nachrichten, Aufforderungen zu Bildern oder Treffen sowie bei konkreter Gefahr sollten Sie die Polizei um Rat bitten. Im akuten Notfall gilt 110.

Was mache ich bei sexuellen Nachrichten, Bildern oder Erpressung?

Lassen Sie Ihr Kind nicht allein und verhandeln Sie nicht mit der Person. Dokumentieren Sie Absender und Verlauf. Speichern oder verbreiten Sie intime beziehungsweise möglicherweise strafbare Bildinhalte nicht eigenständig weiter, sondern fragen Sie direkt die Polizei, wie Beweise sicher übermittelt werden sollen.

Kann mein Kind weiter Fortnite, Roblox oder Discord nutzen?

Das hängt von der Situation ab. Nach dem Absichern des Kontos können Sie gemeinsam Privatsphäre, Kontakte und Chats prüfen. Eine kurze Pause kann helfen, ist aber kein Ersatz für ein ruhiges Gespräch und passende Schutz-Einstellungen.

QUELLEN & AKTUALITÄT

Quellen & Aktualität

Plattformfunktionen und Meldewege können sich ändern. Prüfen Sie technische Schritte bei Bedarf direkt in den aktuellen Hilfebereichen der Anbieter. Bei Drohungen, sexualisierten Kontakten oder möglicher Strafbarkeit bietet die Polizei eine situationsbezogene Einschätzung.

Weitere Orientierung für Eltern

In der Elternübersicht finden Sie alle Guides zu Spielen, Chats, Konten und Käufen.

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